Jahresrückblick 2020 - Machst du auch einen?

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Zurückschauen, um nach vorne zu gehen

2020 war ein Jahr, das keiner von uns so erwartet hat, wie es kam. Dass wir eines Tages alle gezwungen werden, soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, dass Geschäfte, Kitas und Schulen geschlossen werden, Menschen hauptsächlich im Home Office arbeiten, viele ihre Jobs verlieren, Menschen einsam sterben,… hätte ich nicht für möglich gehalten. Und doch sind wir nun in der Situation und müssen irgendwie das Beste daraus machen. 

Jahresrückblick: Jesus im Chaos erleben

Ehrlich gesagt hat mich dieses Jahr ganz schön ausgelaugt. Im Dezember war ich dann so weit, dass ich wirklich alle Kräfte zusammennehmen musste, um noch bis zum Urlaub durchhalten zu können. Ich konnte nicht mehr und wollte nicht mehr und brauchte dringend eine Pause. Pause von der Arbeit, von Ansprüchen, die an mich gestellt werden, vom ständigen Abwägen, was in welcher Situation dran ist und was nicht. Eine Pause davon, immer wieder in Konflikt mit Menschen zu geraten, einfach nur, weil man sich zu nahe kam, weil man unterschiedliche Meinungen vertrat und es nicht möglich war, in angemessenem Ton darüber zu sprechen, ohne schräg angeschaut oder verurteilt zu werden. Eine Pause von all dem Leid, das durch die aktuelle Situation verursacht wird. Eine Pause von der Hilflosigkeit, die ich empfand, weil keine Entscheidung, kein Weg, den man einschlug, richtig gut sein konnte und alle Menschen im Blick hatte. 

In all dem Chaos, in all der Kraftlosigkeit und Hilflosigkeit auf Gott zu schauen, bei ihm aufzutanken und ihm alles vertrauensvoll in seine Hände zu legen, gelang mir mal besser und mal schlechter. Und doch hat er auch in diesem Jahr gewirkt. Er hat mich getragen. Er hat Dinge aufgezeigt, die nicht gut laufen, hat wunde Punkte offenbar gemacht und geheilt und mich in meiner Identität gestärkt. Er hat mir noch viel deutlicher gezeigt, dass er jeden einzelnen von uns kennt und weiß, was wir brauchen, weiß, wie es uns geht und dass er all unser Leid nachempfinden kann. Er leidet mit uns und kennt unseren Schmerz. Und Gott ist nicht von allem überfordert. Er ist allmächtig und treu, auch wenn wir das Gefühl haben, die Welt versinkt im Chaos. Er sieht das gesamte Bild und er kann auch daraus noch etwas Wunderbares entstehen lassen. 

Zurückblicken, um nach vorne gehen zu können

Jedes Jahr nach Weihnachten mache ich einen Jahresrückblick, schaue auf das was war und werte aus, ob ich meine Ziele erreicht habe. Diese Zeit ist jedes Mal ganz segensreich für mich. Ich schaue zurück und finde unendlich viele Gründe, dankbar zu sein. Ich erinnere mich an glückliche Stunden und schöne Erlebnisse, die wir hatten und sehe, wie Gott gewirkt hat. So wird mein Blick wieder zurechtgerückt. Ich schaue dann auf Gott und nicht mehr auf die Umstände. Die negativen Gedanken und der Frust, die sich gegen Ende des Jahres in mir oft auftürmen, dürfen dann der Freude und dem Dank weichen, sie werden ins rechte Licht gerückt. Und neben der Dankbarkeit bietet diese Zeit auch die Möglichkeit, den Schmerz, den Frust oder die Trauer über Erlebtes vor Gott zu bringen und sie in seine Hände zu legen. 

Diese Zeiten der Evaluation sind unendlich wichtig für mich geworden. Denn aus der Reflexion heraus kann ich viel besser nach vorne gehen und neue Schritte wagen. Das Ende eines Jahres ist für mich eine Zeit, die ich dafür reserviert habe. Allerdings wünsche ich mir, dass ich es häufiger auch im Verlauf des Jahres schaffe, mich hinzusetzen und eine solche Rückschau zu halten, denn in mir setzt das viel neue Energie frei, mein Weg steht mir klarer vor Augen. Gott sortiert Gedanken und wenn ich mir Zeiten der Stille nehme, kann er diese nutzen und Klarheit und Einsicht schenken. Und vor allem spendet er Trost, ermutigt und erfüllt uns mit seiner Kraft. 

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Jahresrückblick 2020 - Jahr des Umbruchs

2020 war ein Jahr des Umbruchs, auch in meinem persönlichen Leben. Und an einigen Stellen durfte ich auch durch Corona Segen erfahren, neue Dinge lernen. Durch die MS Diagnose 2019 stand mein Leben zunächst ganz schön auf dem Kopf. Ich musste lernen, was diese Krankheit bedeutet, wie sie arbeitet und wie sie in meinem persönlichen Leben wirkt. Ich musste Mechanismen verstehen lernen, um so die Stellen in meinem Leben auszumachen, in denen Veränderung notwendig ist, um die Krankheit meinerseits bestmöglich zu behandeln und ich musste lernen, alles andere Gott zu überlassen.

Ich kann durch mein Verhalten, durch meinen Lebensstil viel Einfluss auf meinen Körper und meine Gesundheit nehmen. Und ich denke auch, es liegt in meiner Verantwortung, meinen Körper gut zu behandeln und ihn zu ehren, denn Gott hat ihn mir geschenkt. Doch selbst wenn ich noch so gesund lebe, ist es dennoch möglich, dass ich eine Krankheit bekomme, die mir vielleicht irgendwann mein Leben oder meine Selbstständigkeit nimmt. Es liegt nicht in meiner Hand.

Darum darf ich ihm jeden Tag neu mein Leben hingeben und ihm mein Vertrauen aussprechen, dass seine Wege für mich gut sind. Gott kann heilen und manchmal tut er es auch vollständig. Ich habe das bereits erlebt. Doch Gott kann auch im Leid unheimlich viele Wunder tun. Er kann durch Krankheit seine Macht erweisen und in Menschen wirken. Das Endziel ist ein Leben bei ihm in der Ewigkeit und darauf möchte ich immer wieder meinen Blick richten, egal, was mir auf dieser Welt widerfährt. 

Segen im Lockdown

Durch den ersten Lockdown im März habe ich bemerkt, wie viel Last von mir abfällt, wenn ich plötzlich keine Termine mehr habe, wenn alle sozialen Kontakte und auch Verpflichtungen mal weichen müssen. Ich habe bemerkt, wie sehr ich an mich die Erwartung gestellt habe, so viele Kontakte zu haben, wie extrovertierte Personen in meinem Umkreis. Ich wollte so sein, wie sie, denn die Gemeinschaft ist ja ein hohes Gut unter uns. Ich habe mich damit vollkommen überfordert. Hier zurückzutreten, Nein sagen zu lernen und mir meine nötigen Pausenzeiten ohne schlechtes Gewissen zu gönnen, sind Punkte, in denen ich dieses Jahr ein paar Fortschritte machen durfte.

Es ist okay, nicht auf jeder Hochzeit zu tanzen und es ist okay, nicht in jede Beziehung zu investieren. Ich bin ein Mensch für wenige aber dafür tiefere Beziehungen und ich darf lernen, darauf einen Fokus zu richten. Ich habe in diesem Jahr oft gebetet, dass Gott mir die Beziehungen zeigt, in die ich investieren soll und Menschen aufs Herz legt, die allein sind und Unterstützung brauchen.

Jeder wirkt in seinem Maße und das ist gut so. Gott hat eben Menschen geschaffen, die unheimlich gut viele Menschen in ihr Leben hineinnehmen können und andere, die eher wenige Kontakte haben. Und er hat sich dabei etwas gedacht. Es ist wichtig, dass wir lernen, wir selbst zu sein und uns erlauben, so sein zu dürfen, denn Gott hat uns ja bewusst genau so geschaffen, wie wir sind und wir haben in dieser Einzigartigkeit eine Aufgabe zu erledigen. 

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Mein Wort für 2020

Mein Wort für 2020 war SEIN. 

„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“

Psalm 46,11a

Dieser Vers drückte meinen tiefen Wunsch aus, wieder in die einfache Liebesbeziehung mit Gott hineinzufinden, in das Sein vor ihm. Ich habe in den letzten Jahren mehr und mehr Rituale und Routinen entwickelt, um Zeit mit Gott zu verbringen, die aber zunehmend in ein Abarbeiten von Todo-Listen ausgeartet sind. In dem Wunsch, mehr Zeit mit Gott zu verbringen (wofür mir die Routinen damals sehr geholfen haben), bin ich auf der anderen Seite vom Pferd gefallen und habe nur noch Dinge für Gott erledigt. Immer wieder tappte ich in die Falle, mich über meine Leistung zu definieren und konnte vor Gott vor lauter innerer Unruhe nicht mehr zur Ruhe kommen. 

Doch nicht nur in der Beziehung zu Gott, sondern auch in allen anderen Lebensbereichen wollte ich den Fokus darauf legen, zu lernen, ich selbst sein zu dürfen, Druck rauszunehmen und mein Handeln nicht davon bestimmen zu lassen, was andere über mich denken. 

Jahresrückblick: Was ich gelernt habe

In meiner Beziehung zu Gott hat mich dieser Wunsch nach dem SEIN im letzten Jahr sehr herausgefordert. Denn meine Erwartung und die Umsetzung in meinem Alltag waren leider sehr weit auseinander. Aus verschiedensten Gründen fand ich nur selten die Zeit und Kraft, mich zu überwinden und einfach vor Gott zu kommen.

Dennoch hat Gott in mir gewirkt. Ich habe viele Dinge hinterfragt, Gott neu kennengelernt und tatsächlich auch durch Corona mehr und mehr zu mir und zu meinem Weg mit Gott und den Menschen gefunden. Ich habe mich selbst mehr kennengelernt, konnte herausfinden, welche Dinge mich besonders stressen und was ich brauche, um den Stress zu bewältigen. Ich durfte mehr und mehr lernen, auf mich zu achten und meinen Körper wahrzunehmen, mir Gutes zu tun und meine persönlichen Grenzen zu erkennen und zu wahren. 

Ich bin zurückgetreten aus dem Tun, dem Leisten, dem Wunsch nach Anerkennung von anderen und konnte mich besser darauf konzentrieren, welche Prioritäten Gott in dieser Lebensphase in mein Herz gelegt hat.

Es gab 2020 vieles zu bewältigen und zu lernen und ich glaube, diese große Veränderung wird uns auch in diesem Jahr noch weiter begleiten. Einen solch großen Umbruch, eine solche Krisenzeit erlebt man nicht oft im Leben. Doch auch wenn wir kraftlos und überfordert sind und gerade nicht wissen, wie es weitergehen soll, gibt es immer noch unseren Gott, der aus negativsten Situationen noch etwas Gutes schaffen kann. Davon bin ich fest überzeugt und es lässt mich mit Dankbarkeit zurückschauen auf das, was war und gibt mir Hoffnung, für alles, was vor uns liegt. 

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